Modellbahnhersteller Sozialplan bei Fleischmann vorgestellt
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Veröffentlicht: 01.12.2009 20:27
Der angeschlagene Modellbahnhersteller Fleischmann hat Details zum vereinbarten Sozialplan bekannt gegeben. Zum Jahreswechsel werden 96 von 226 Beschäftigten im mittelfränkischen Heilsbronn ihre Arbeit verlieren. Kritik für den Sozialplan kommt von der IG Metall.
"Die 96 von der Entlassung betroffenen Mitarbeiter können zum Jahreswechsel in eine Transfergesellschaft wechseln und bekommen eine Abfindung von maximal 15.000 Euro", sagte Betriebsratschef Georg Dachsberger dem Bayerischen Rundfunk. Die Höhe der Abfindung richte sich nach Art des Arbeitsvertrags und nach der Zeit der Betriebszugehörigkeit. Damit eine Transfergesellschaft zustande komme, müssen aber mindestens 90 betroffene Mitarbeiter dem Wechsel bis zum 11. Dezember zustimmen, so Dachsberger. In dieser würden sie rund 80 Prozent ihres monatlichen Bruttolohns erhalten.
Kritik von der Gewerkschaft
Fleischmann schreibe seit Jahren operative Verluste und werde auch in diesem Jahr ein Minus von drei Millionen Euro verzeichnen, erklärte Unternehmenssprecher Michael Prock. Das führe zwangsläufig in die Insolvenz. Mit den Stellenstreichungen will das Unternehmen nun die Zahlungsunfähigkeit verhindern. Grund für die Probleme seien die aktuelle Wirtschaftslage und mangelnde Investitionen in der Vergangenheit, sagte Anny Heike, die 2. Bevollmächtigte der IG Metall Fürth. Die Gewerkschaft hatte den Sozialplan bereits vergangene Woche massiv kritisiert und den Arbeitgebern Erpressung vorgeworfen. Die Konzernmutter wolle lediglich niedrige Abfindungen durchsetzen, so Heike.
Neuer Eigentümer fährt harten Sparkurs
Das Traditionsunternehmen Fleischmann musste in den vergangenen Jahren bereits Standorte in Nürnberg und Dinkelsbühl schließen. Anfang der 1990er-Jahre hatte Fleischmann noch rund 560 Mitarbeiter beschäftigt. Die österreichische Modelleisenbahn Holding GmbH, unter deren Dach auch die Marke Roco geführt wird, fährt bei Fleischmann seit der Übernahme im Jahr 2008 einen harten Sparkurs. Die Eigentümer stünden nach Procks Worten jedoch zum Standort Heilsbronn und ließen sich den Sozialplan drei Millionen Euro kosten. "Eine Insolvenz wäre billiger", so der Unternehmenssprecher. In Heilsbronn sollten neben zentralen Aufgaben auch Produktentwicklung und -management sowie hochwertige Produktionseinheiten erhalten bleiben. Montage und Produktion sollen dagegen an Standorte in Rumänien und Österreich verlegt werden.