• Österreichs Bahn-Chef geht

    Bei der österreichischen Bahn (ÖBB) kommt es zum Chefwechsel. Vorstandssprecher Peter Klugar scheidet zum Jahresende aus, offenbar wegen Differenzen über die Neuausrichtung des Staatsunternehmens. Als Nachfolger wird Christian Kern gehandelt. Kern, der für internationales Geschäft zuständige Verbund-Vorstandsdirektor, soll bereits am Dienstag bei der Aufsichtsratssitzung bestellt werden, heißt es in informierten Kreisen. Außer Kern sind noch ÖBB-Werkstättenchef Franz Seiser sowie Christoph Wolff von der Deutsche-Bahn-Gütertochter DB-Schenker-Rail im Gespräch.

    Klugars Vertrag läuft noch bis Ende des Jahres. Für eine weitere Amtszeit will der 60-Jährige aber nicht kandidieren. Er stand nur zwei Jahre an der ÖBB-Spitze. 2008 löste er Generaldirektor Martin Huber ab, der unter anderem wegen umstrittener Immobiliengeschäfte zurückgetreten war. Die ÖBB fuhr 2008 einen Rekordverlust von 966 Millionen Euro ein.
    Klugar hatte 1978 bei der Staatsbahn zu arbeiten begonnen und gehört zu den Dienstältesten im ÖBB-Management. Er gilt als zurückhaltend und eher konfliktscheu - Eigenschaften, die angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage der ÖBB von manchen nicht gerade als vorteilhaft angesehen werden.
    ÖBB-Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker lobte indessen Klugars Arbeit. "Peter Klugar hat die Führung des ÖBB-Konzerns in einer besonders schwierigen Situation übernommen. Seine Kenntnis des Unternehmens und seine Erfahrung waren in dieser Phase von großem Wert", heißt es der österreichischen Nachrichtenagentur APA zufolge. Unter Klugars Leitung sei die Restrukturierung der ÖBB in Richtung mehr Effizienz und Kundenorientierung in Angriff genommen worden, so Pöchhacker. Die Rede ist von einem Sparprogramm, das bis 2014 etwa 400 Millionen Euro bringen soll und zig-Tausende Jobs kosten wird.