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Info Gleisdreieck

DKEV

DKEV

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Moin Kollegen,

als wären nicht schon Kehrschleifen ein Fall zum Verzweifeln, mit einem Gleisdreieck hat man auch so seine helle Freude mit haufenweisen Problemen.
Besonders dann wenn diese im Digitalbetrieb, nicht nur zum Wenden von Loks verwendet werden sollen, sondern um ganze Züge aus unterschiedlichen Richtungen dort abwechselnd verkehren sollen.



Hier ist meine Lösung zu dieser Problematik:
S1 --> Sensorgleis 1
S2a --> Sensorgleis 2
S2b --> Sensorgleis 3
Alle drei Sensorgleise gehören zu einem KSM - Kehrschleifenmodul welches je nach Weichenstellung die Fahrspannung innerhalb der Sonsorabschnitte entsprechend anpaßt, so daß Züge von der Mine kommend in jede der beiden Richtungen fahren können.

Die oben im Plan eingleisige Hauptstrecke gehört zur Grootfonteinbahn.
Aus Richtung Otavi kommend fahren Züge mit leeren Erzwagen in die Mine und mit vollen Erzwagen zurück sowie GmP - Güterzüge mit Personenbeförderung mit Arbeitsmaterialien und Arbeitern zur Mine und dann weiter in Richtung ASIS Ort und weiter nach Grootfontein und umgekehrt. Auch gibt es reine Arbeiterzüge der 3. Wagenklasse als PmG - Personenzüge mit Güterbeförderung von Grootfontein über ASIS kommend in Richtung Mine, zur Weiterfahrt nach Otavi.
Züge die in der Mine anhalten, müssen vor der Weiterfahrt noch am Gleisdreieck ihre Lok wenden, Ebenso Züge mit dem Ziel ASIS Ort, auch die nutzen das Gleisdreieck zum Wenden der Lok.

Historisches:
Die Grootfonteinbahn wurde von Otavi aus ins 93 Km entfernte Grootfontein innerhalb von 1,5 Jahren ab 1907 gebaut und schon im August 1908 eröffnet.
Die ASIS Mine und die Minen in Schlangenthal und Guchab erwiesen sich als besonders ergiebig und werden bis in die heutige Zeit von einem kanadischen Bergwerkskonzern betrieben. Kupfer und Blei aber auch Silber und Gold kommen dort in besonders hoher Konzentration von mehr wie 40 % je Tonne Roherz vor und müssen nicht erst in einem Schmelzbetrieb zu Kupfer- oder Bleistein angereichert werden.
Um aber Gold und Silber abscheiden zu können ist ein Schmelzvorgang erforderlich.

Die ehemalige Deutsch Süd-West Afrika Kolonie ist das heutige Staatsgebiet des sich im Jahr 1991 von der Republik Süd Afrika unabhängig erklärten Terretorium von Namibia.
Obgleich es zu Massakern an der einheimischen Bevölkerung, während der deutschen Besatzung kam, war es ein Ziel der damaligen Kolonialregierung, die Kolonie in einen selbstregierten Staat Namibia mit fester Bindung an das deutsche Kaiserreich unzuwandeln. Der Ausbruch des 1. WK machte diesem Bestreben ein Ende und das namibische Gebiet ging ab 1. August 1915 an die Süd Afrikanische Republik und mit Hilfe britischer Koalitionstruppen verloren.
Dadurch waren aber auch alle anderen Kolonialgebiete in Afrika und Deutsch Ozeanien von der Kohleversorgung abgeschnitten, ferner gingen aber auch dadurch viele Bergwerke in Wales und Nord Irland Pleite, die bis dahin, ohne es zu wissen über 70 % das Deutsche Kaiserreich mit Kohle versorgten, ungeachtet der Tatsache, daß Groß Britannien und Deutschland ab 1914 Kriegsgegner waren.

Zurück zum Gleisdreieck.

H0e --> 9 mm Schmalspurbahn in der Baugröße H0
Fahrbetrieb: DCC
Stelltechnik der Weichen u. Signale: analog elktrisch, elektromechanisch oder rein mechanisch

Es gibt bestimmt noch andere Lösungsansätze, ich beschrieb die meinigen.

LG Ingo
 
hannah

hannah

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Es gibt bestimmt noch andere Lösungsansätze, ich beschrieb die meinigen.
Moin Ingo,

auch an Dich meine Empfehlung: LENZ . Zumindest benötigt das LK200 keine Sensorgleise, was die Angelegenheit etwas vereinfacht.

Sicher nicht die preisgünstigste, dafür aber die einfachste und sicherste Lösung vom Erfinder des DCC-Protokolls.

Aus Spaß am DCC-Betrieb freundliche Grüße aus Tornesch

Hannah
 
teddych

teddych

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Hallo Ingo

Vielen Dank für deinen wertvollen Beitrag.

Das was du schreibst ist alles absolut korrekt. Eine für dich wichtige Randbedingung hast du jedoch nicht explizit erwähnt: Dass die drei Anlagenteile ASIS, Otavi und Mine eine feste Polarisierung haben, welche nicht geändert werden kann.

Wenn man deine Randbedingung aufweichen kann, dass z.B. der Anlagenteil Mine eine variable Polarisation haben kann, dann ist sogar das gesamte Kehrschleifenmodul schlicht überflüssig. Stattdessen trennt man innerhalb des Gleisdreiecks unmittelbar vor der Weiche auf der Seite zur Mine beide Aussengleise Gleise auf. Das Herzstück bleibt mit dem Gleisdreieck elektrisch fest verbunden. Anstatt das Herzstück der Weiche zu polarisieren, polarisiert man den Rest der Weiche, je nach dem wie die Weiche geschaltet ist. Und zwar mitsamt des ganzen Anlagenteils Mine. So ist statt eines Kehrschleifenmoduls lediglich eine umgekehrt polarisierte Weiche notwendig.gleisdreieck.png
Rot und blau sind dabei fix polarisiert. Je nach Weichenstellung wird schwarz und grün so polarisiert, dass es keinen Kurzschluss gibt.

@hannah Das Lenz Kehrschleifenmodul ist eines mit Kurzschlussdetektion. Es funktioniert. Aber die Räder und die Gleisenden an der Trennstelle haben keine Freude, wenn bei jeder Überfahrt ein (kurzer) Kurzschluss auftritt. Für Nicht-Elektro-Interessierte sicher ein Alternative. Grundsätzlich sind aber Kehrschleifenmodule mit Sensoren vorzuziehen.

Gruss
Teddy
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Modellbahnsteuerung RailControl
 
hannah

hannah

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Grundsätzlich sind aber Kehrschleifenmodule mit Sensoren vorzuziehen.
Guten Morgen Teddy,

wie Du ja weisst, bin ich keep it simple'n easy - Fan. Darüber hinaus bevorzuge ich den manuellen Betrieb.

Meine Kehrschleife auf der ehemaligen H0-Anlage war betriebssicher und materialschonend, da Kurzschlüsse nicht auftreten konnten:

Auswahl_014.jpg

Die Absicherung mit Lichtschranke zeigte auf dem Stellpult mittels LED an, dass sich der Zug komplett im getrennten Gleisabschnitt befand. Zwei LEDs zeigten die Polarisierung des isolierten Gleisabschnittes an.
Aktion nach Einfahrt: Trafo auf Mitte, Polarisierung umkehren, Trafo in neue Fahrtrichtung an. War der Zug im Schattenbahnhof abgestellt, Rückstellung der Polarisation auf "Einfahrt".
Dank der gefederten Weichenzunge in der FLM-Modellgleisweiche war diese fix auf Abzweig gestellt. Bei Verlassen der KS wurde sie entsprechend aufgeschnitten, ein Antrieb zum Stellen somit überflüssig.

Für Kehrschleife und Drehscheibe genügten somit zwei 4-polige Kippschalter und einige LEDs.

Mit einer Handvoll Relais und ordentlich Hirnschmalz hätte das auch automatisiert werden können. :kratz:
Sicher für den Bruchteil der Kosten, die KS-Modul-Lösungen verursachen.

Ansonsten rate ich Jedem, der ungetrübten Betriebsspaß haben will zum MÄRKLIN-3-Leiter-System. Allein der nachrüstbare, Kabelgewirr vermeidende Weichendecoder ist ein echtes Schmankerl in Sachen Anlagenbau.

Aus Spaß an der Modellbahn freundliche Grüße aus Tornesch

Hannah

Ehemaliger :mad: 2-Leiter- Fan (Fleischmann)
 
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DKEV

DKEV

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Moin Teddy,

naja die Bahnstrecke mündet in Otavi mit einem weiteren Gleisdreieck kurz vor dem Bahnhof Otavi in die Hauptstrecke der Otavibahn ein.
Links nach Otavi und in über 500 Km Entfernung nach Swakopmund zum Seehafen und rechts weiter nach Tsuneb zur Schmelzhütte.

Ungeachtet der Tatsache, daß dieses ja nur einige Module/Segmente sind, die zusammen eine größere Anlage ergeben sollen.


H0e Projekt Grootfonteinbahn 1908


Auch im heutigen Namibia haben wir ein Mitglied unseres Freundeskreises, der vor Ort recherchiert und in seiner Heimatstadt Windhuk uns mit Informationen und Genehmigungen versorgt dortiges Archivmaterial nutzen zu dürfen.

Die jeweiligen Enden der Hauptstrecke bekommen Drehscheiben zum Wenden der Schlepptenderloks, als Zwillinge gekuppelte Maschinen, wie bei der Staatsbahn DSWAE waren bei der privaten OMEG eher unüblich.

Drehscheiben nur im H0e Projekt, vorbildlich waren Gleisdreiecke zum Wenden der Maschinen außer einer Kehrschleife bei Kranzberg etwas weiter östlich von der Hauptwerkstatt Usakos.

LG Ingo
 
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