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Hannah | Gleis- und Trassenbau | #001 Ein Überblick

hannah

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30. Okt 2019
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Guten Morgen in die Runde,

schuldig geblieben bin ich Euch die Bauweise meiner Trassensegmente für Mühlenhagen. Dem werde ich mit diesem Bericht abhelfen.

Anfangs geplant war die Ausführung der Trassen in Betonbauweise, galt es doch einen Höhenunterschied in den Beeten von ca. 100 mm auf 6,5 Meter Länge auszugleichen. Lediglich die Weichen sollten auf entnehmbaren Segmenten aus Holz verbaut werden, um sie nach Betriebsende trocken unterstellen zu können. Grund hierfür war der damalige Plan sie elektrisch zu stellen, bzw. ihre Herzstücke zu polarisieren.

Nach den Erfahrungen mit dem Guß der beiden ersten Segmente verwarf ich die Betonbauweise. Erstens war mir der Bau entsprechender Holzformen zu aufwendig, zweitens die Graberei zu mühsam und letztens der Betonbedarf bei einer Segmenttiefe von 150 mm zu hoch. Allein für das Bahnhofsbeet wären ca. 0,5 Tonnen erforderlich gewesen und somit viel zu teuer. Ausserdem stellt Beton eine hochgradige Umweltverschmutzung dar.

20°-Bogen aus Schnellbeton gegossen:
Gartenbahn_Bogentrasse_von_oben.jpg

Als Lösung boten sich Holzsegmente an, die beidseitig auf Backsteinstützen lagern, welche mit der Wasserwaage auf passendes Niveau gebracht wurden.

Die Zweigleisigen fertigte ich aus Sperrholz 10 mm in U-Profilform. Länge = 900 mm, Breite = 210 mm und Höhe = 40 mm:

WS_unten_schraeg.jpeg

WS_links_gekippt.JPG

WS_links_oben.jpeg
(Links und Rechts Schrauben M6 zur Höhennivellierung der Segmente)

Als Gleismittenabstand wählte ich 90 mm, der dem DB-Vorbild 4,5 m sehr nahe kommt:

Gartenbahn_Weichenelement_links.jpg
(Weichenschablonen in M 1:1 stellt PECO auf seiner Homepage im Dateiformat PDF bereit )

Hieraus ergab sich eine Segmentlänge von 900 mm, die für alle weiteren Segmente beibehalten wurde, passt sie doch wunderbar zur Länge der verwendeten FLEX-Gleislängen (914 mm).

Gleismaterial der Wahl wurde PECO Bullhead Code 124 seines Preises wegen: Standardweiche ca. 45,- €, Flexlänge ca. 8,- €, je nach Pfundkurs. Lieferant: Hattons UK - (empfiehlt sich auch für Gleismaterial Spur H0 - preiswerter geht nicht).

Alle Gleisabschnitte und die Weichenzungen verfügen über eigene Stromeinspeisung aus der durchgehenden Leitung im Segment. Gilt auch für die Herzstücke, wenngleich die Polarisierung nicht erforderlich ist, da ich mich für DCC-Lokomotiven mit Pufferspeicher entschied.

Weichenantriebe mit Polarisierung sind im Freien nur mit hohem konstruktivem und finanziellen Aufwand realisierbar. Die filigrane Kontaktmimik für Endabschaltung und Polarisierung in ihrem Inneren versagt schnell, der Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen wegen.

Für die eingleisigen Trassensegmente genügen Sperrholzbretter 10 mm, deren Kanten mit Lochblech gegen Verwindung geschützt werden. Bei den langen Bogensegmenten, R = 1300 / 1100 mm brachte ich zusätzlich Alu-L-Profil an den Kanten an.

Kantenverstaerkung_02.JPG

Halbbogen_Segmentkante.jpeg

Rheinkiesel 2 - 4 mm dienen als Gleisschotter, Sand als seitlicher Abschluß. Sie werden mit einer Mischung aus Klarlack, Wasser und Spülmittel in großzügiger Menge fixiert, so dass der Lack ausreichend tief in das Holz einsickert. Kanten und Unterseiten werden zweischichtig mit CONSOLAN versiegelt.

Im Garten verbaut sind die Segmente von Anfang April bis Anfang Oktober. Bei angekündigten Regenphasen, oder vor drohendem Starkregen, werden sie mit passend zugeschnittenen Stücken aus olivgrüner Bauplane abgedeckt. Jeweils vor Betriebsbeginn erfolgt Reinigung mit ROCO-Rubber. (Da sehr lästig, befindet sich ein angetriebenes Schienenreinigungsfahrzeug in der Konstruktion.)

Die vorgestellte Bauweise erfordert jährlich, vor Saisonbeginn eine gründliche Revision. So müssen Beschädigungen der Schotterung ebenso ausgebessert, als auch alle Lötverbindungen geprüft und bei Bedarf erneuert werden.

Solventeren Gartenbahnbauern empfehle ich gleiche Bauweise aus Alu-U-Profilen.

Aus Freude am Anlagenbau freundliche Grüße aus Tornesch

Hannah
 

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