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Info Märklin Bremsstrecken

Jimmy

Jimmy

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11. Sep 2013
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Hallo miteinander

Bei unseren Teppichbahnanlässen steuern wir die Züge mehrheitlich aus den Bahnhöfen heraus. Das heisst, ein Zug wir telefonisch beim nächsten Bahnhof angemeldet und wenn der angekommen ist, beim Ursprungsbahnhof wieder abgemeldet. Je nach Distanz zwischen den Bahnhöfen, kann es ein paar Minuten dauern, bis der Zug ankommt. Der Bahnhofvorstand hat in der Zwischenzeit aber noch andere Aufgaben zu erledigen und kann sich nicht ausschliesslich aus den herannahenden Zug konzentrieren. Es ist daher eine hilfreiche Sache, wenn vor dem Bahnhof ein Einfahrtssignal mit Bremsstrecke aufgebaut wird. Wenn er Zug vor dem Signal steht, kann der Vorstand diesen gezielt einfahren lassen.

Märklin hat hierfür ein Signalmodul 72442 im Angebot und im Internet sind Erklärvideos von Märklin zu finden, die den Aufbau und die Funktionsweise erklären.

Signalmodul.jpg

Das Prinzip ist einfach: Man baut drei Blockabschnitte. Einen grünen, als Übergangsabschnitt, einen gelben als Bremsabschnitt und einen roten, als Stoppabschnitt. Grün dient vermutlich nur dem sauberen Übergang zwischen dem normalen Fahrabschnitt und dem Bremsabschnitt. Erreicht die Lok den gelben Block, wird diese durch Anlegen eines (Gleich?)-stroms abgebremst. Ist die Lok bis zum Erreichen des roten Blocks noch nicht zum Stehen gekommen, erledigt das dieser indem der rote Block stromlos ist.
Je nach Lok und deren Bremsverhalten, ist es entscheidend, dass der gelbe und rote Block lang genug ausgewählt sind. Sollte die Lok bis zum Ende des roten Abschnittes nicht zum Stehen gekommen sein, wird sie dahinter normal weiter fahren.
Die ganzen Bremsfunktionen kommen selbstverständlich nur dann zum Tragen, wenn das Signal auf rot gestellt ist. Bei grün fährt die Lok ganz normal durch.

Die Bremsstrecke funktioniert so weit ganz gut. Ausser die Lok ist mit älteren Decodern unterwegs. Dann versteht sie das Bremssignal nicht und interpretiert es womöglich falsch. Das kann dazu führen, dass der Decoder der Lok in den Analogmodus wechselt und die Lok mit vollem Tempo weiterfährt. Dann zeigt es sich, ob der rote Abschnitt genügend lang geplant und umgesetzt wurde.
Es kann aber auch sein, dass die Lok erst die Richtung wechselt und dann mit vollem Tempo zurückfährt. Hier hilft dann nur noch Richtungswechsel und Geschwindigkeit wegnehmen oder den Notstoppknopf drücken. Wir haben alle Varianten zu sehen bekommen. :rotf:

Das Hauptproblem für uns besteht aber darin, dass der Ort des Schleifers an der Lok bestimmt, wann der Zug abgebremst wird. Zieht die Lok den Zug, ist alles ok. Wird der Zug aber von einer Lok am Ende geschoben, beginnt der Bremsvorgang viel zu spät und der Zug steht erst, wenn er schon lange über das Signal hinaus gefahren ist. Baut man für alle Fälle genügend Reserve ein, kommen die Züge je nachdem meterweit unterschiedlich zu stehen.

Ich hatte mir deshalb mittels Relaisschaltungen eine Umgehungslösung gebaut, die unabhängig vom Ort des Schleifers funktionierte. Das Prinzip funktionierte folgendermassen:
Der Zug fährt in einen Blockabschnitt, der so lange sein muss, wie der längste Zug. Dann fährt der Zug auf ein Kontaktgleis (immer noch im gleichen Block). Das Kontaktgleis löst zwei Relais aus. Das erste nimmt den Strom vom Betriebsstrom weg und schaltet auf den Strom vom Signalmodul. Das zweite Relais ist ein Zeitrelais, welches kurz so geschaltet wird, dass der grüne Block simuliert wird. Nach 1-2 Sekunden fällt das Relais wieder in seine Ruheposition und speist nun den gelben Bremsstrom ein, der den Zug abbremst. Als Sicherheit wird ein zweiter Block mit dem roten Block noch aufgebaut. Der Zug kommt zum Stehen und da der Bremsmechanismus nicht durch den Schleifer, sondern durch die vorderste Achse ausgelöst wird (welche natürlich eine Wechselstromachse sein muss), bleibt er immer an der gleichen Stelle stehen.

Wir das Signal auf grün gestellt speist das Signalmodul normalen Betriebsstrom ein.

Um das erste Relais wieder in seine Ausgangsstellung zu bringen, muss im Abstand des längsten möglichen Zuges nach dem Kontaktgleis, ein Schaltgleis eingebaut werden.

Ich hoffe, der viele Text ist einigermassen verständlich und hilft jemandem vielleicht weiter.

Gruss Jimmy
 
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