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Modellbau mit 3-D-Drucker


WilliWills

Bahnlehrling
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#1
Guten Tag,

gibt es jemand, der mit 3-D-Drucker Modellgehäuse von Spur-0-Loks erstellt hat?

Und wie sind die Erfahrungen? Wo gibt es fertige Modelldaten etc.?
 

by Mike´s

Bahnlehrling
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#2
abe44.jpg hallo williwills,
ja, gibt es. völlig anderes arbeiten mit dem material aus kunststoff.
erfolg hängt von den ansprüchen und bedingungen ab, die gestellt werden.
3d-druck ist und bleibt ein schichtverfahren und erfordert entsprechende nachbearbeitung.
3d-drucken heisst 3d-zeichnen, 3d-zeichnen heisst erfahrung im herstellungsverfahren.
Werner Rohr aus Hindelbank hat das schon zum abschluss seiner Karriere erfolgreich realisiert.
zu lösende probleme sind unter anderem die lackierung und beschriftung, sowie antriebe und räder.
zeichnungen und teile stammen entsprechend den wünschen von mir.
gruss mike

abe4402.png abe44.png
 
Zuletzt bearbeitet:

WilliWills

Bahnlehrling
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#3
Hallo Mike,

danke für die Rückmeldung. Meine Ansprüche sind nicht besonders hoch. Ich denke da an einen Mehrfarben-3-D-Drucker von Conrad, deshalb ist die Beschriftung wohl kein Problem.
Aber worin bestehen die Nacharbeiten? Und gibt es fertige Zeichnungsdaten, z.B. für Re 4/4, Re 6/6, Ae 6/6 Ae 4/7 etc.?
 

by Mike´s

Bahnlehrling
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#4
Hallo WilliWills,

leider wird dir der Drucker bei den Beschriftung nicht weiterhelfen, aus massstabs- und herstellungsbedingten Gründen.
Nacharbeiten bestehen in der Regel im zusammenfügen der einzelnen Teile und bearbeiten der Oberfläche.
Modelle zum drucken wurden von mir bis jetzt zur Jugendförderung und Demonstration anderer Herstellungsmöglichkeiten
im Auftrag und anlässlich des RHB-Jubiläums für die abe4/4, ge2/4 und Te2/2 der WZB erstellt.
Die Beschriftung wurde jeweils mit einer wetterbeständigen Klebefolie realisiert, die viel Schleifarbeit spart, der Rest vorab lackiert.
Die Reihenfolge der Arbeiten beginnt meistens mit der Beschaffung einer 2-dimensionalen Zeichnung als Basis für das
Zeichnen eines 3-dimensionalen Modell. Die Vorarbeiten sind eigentlich schon umfangreich und die technische Herausforderung
ist nicht zu unterschätzen. Es ist gut zu wissen was man will und was man erreichen kann, noch besser wenn man Unterstützung hat
und fragen kann. Es empfiehlt sich grundsätzlich das Ganze in überschaubare Schritte aufzuteilen.
Als Anfänger nicht mit mit dem kompliziertesten Modell beginnen.
ev. einen Baukurs besuchen, je nach Routine, Kenntnisstand und eigener Ausrüstung.
Die Beschaffung eines 3D-Druckers ist an sich schon ein Projekt und das erste Problem mit den Massen.
Mit der Tischgrösse 200/200 muss das Modell aufgeteilt werden und dannn
z.B Welche Antriebe verwende ich, welche Dimensionen usw.
Was ist mir wichtiger, Modellbau, Zeichnen oder 3d-Druck, wo liegen meine Kenntnisse und Fähigkeiten.
Ein 3d-Drucker ist kein Allheillmittel und löst keine Probleme, meistens macht er welche.
Es liegt mir fern, jemand schlecht zu reden, ich unterstütze jederzeit Leute die etwas machen wollen mit Rat und Tat.
Allerdings habe ich keinen Stützpunkt der Heilsarmee und kann erforderliche Aufwendungen und Kosten nicht auf andere
abwälzen. Solltest du das Projekt angehen wollen, ev. durchführen und hier dokumentieren wollen, kann ich dich gerne
einmal anrufen um weitere Fragen und Probleme zu besprechen oder Kontakte zu Leuten vermitteln die so etwas schon
gemacht haben oder daran arbeiten. Wir wollen ja nicht dieses Forum sprengen.

Gruss Mike
 

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WilliWills

Bahnlehrling
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#5
Danke für die Umfangreiche Antwort.
Mein Fazit daraus: Der Aufwand ist mir zu groß!
Ich habe zwar Werkzeug-/Feinmechaniker gelernt und könnte wohl so eine Re 4/4 auch aus Messing erstellen, aber der Zeitaufwand. Meine Vorstellung war, es gibt irgendwo Zeichnungen dieser wohl bekannten Lok und der größte Aufwand wäre dann noch das Drucken und eventuell das Anpassen der Zeichnung (bin auch Informatiker). Meine bisherigen Selbstbaumodelle (0e und G) habe ich meist aus Holz innerhalb ein paar Tagen gebaut (ohne Beschriftung, manche auch lackiert). Andererseits ein Lenz-Modell kostet um 2500 Euro, was ich für mich als zu teuer empfinde (für dieses Geld erhalte ich in Spur 1 eine Be 6/8 + 078 + E03 + V100 + ..., aber keine Re 4/4 etc.).
 

by Mike´s

Bahnlehrling
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#6
In diesem Fall würde ich dann auf das bewährte Kreditkartenmodelling zurückgreifen und eine der beiden
Re4/4 im Bereich von 1499 - 1799 SFr lauffertig bei Ricardo ersteigern. geringster Zeitaufwand. saubere Lösung
 

WilliWills

Bahnlehrling
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#7
Ich kenne zwar das Wort Kreditkartenmodelling nicht, aber empfinde es eher als abwertend. 1500 Euro/SFr. ist mir zu teuer, habe mir hierfür drei schöne Spur 1 Loks (Märklin) gekauft.

Das ganze hängt also davon ab, ob es bereits bestehende STL-Dateien für Re 4/4, Re 6/6, Ae 6/6, Ae 4/7 oder ähnliches gibt (hat dies jemand?) ud diese dann mit geringem Aufwand angepasst werden können. Eine Lok völlig neu entwickeln ist wohl nicht unter einem Monat Zeitaufwand zu erledigen. Ich habe auch schon daran gedacht eine H0-Lok einzuscannen um daraus eine STL-Datei zu erhalten, aber dies wird wohl durch das Daten-Rauschen zu ungenau und ebenso aufwendig.
 

by Mike´s

Bahnlehrling
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#8
Wahrscheinlich haben die Hersteller kein Interesse, umfangreiche Entwicklungsarbeit zur Abänderung zur Verfügung zu stellen.
Ich für meinen Teil habe das mit Fotos gelöst, um dxf-Dateien zu erstellen, sozusagen nachgezeichnet.
Scannen und aufbereiten ist genauso aufwendig.
Die erstellten Zeichnungen dienten dann als Basis für das 3D-Modell.
Als Arbeitsgrundlage schienen mir geometrische Kenntnisse, Corel und Openscad sehr geeignet.
Stunden sollte man hier nicht rechnen müssen und der Aufwand ist abhängig von der Routine.
Als wesentlicher Kostenfaktor zeigt sich in Regel noch der Antrieb, der oft unterschätzt wird.
Grundsätzlich ist es schon so, dass die heutigen Modelle bis zur Kundenlosigkeit detailliert wurden.
Bei so einem Projekt ist es sehr wichtig zu wissen, was jemand genau will und was er selber machen kann um
den anfallenden Aufwand auf ein erträgliches Mass zu begrenzen.
Bestes Zitat bis jetzt: " Ich will nur Autofahren, Karosserie und Motor brauche ich nicht."
oder medizinisch gesehen: " Hier könnte man so schön arbeiten, wenn die Patienten nicht wären."
Man muss das mit Humor betrachten, ist ja vermutlich nicht ernst gemeint und heutzutage Standard.
Nicht aufgeben und den schwierigeren Weg gehen, zahlt sich in jedem Fall aus.
Ich wünsche dir viel Erfolg
Gruss Mike
 

WilliWills

Bahnlehrling
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#9
In der Zwischenzeit habe ich mir 3-D-Ausdrucke in echt angeschaut. Ein guter Drucker kostet etwa ab 2000 Euro und das Resultat benötigt viel zu viel Nacharbeiten. Motor etc. benötige ich nicht für das Schrottplatz-Diorama, dafür etwa 10 (Abbruch)loks mit Variationen, darum die Idee mit dem 3-D-Drucker.

Danke für die Mühe, werde nun in Spur 1 weitermachen. Diese Loks sind (fahrbar) so günstig, dass ich da auch das eine oder andere Modell "verunstalten" kann.
 

Bastler

Stellwerker
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#10
Hoi WilliWills

Schau dich doch mal hier in den Foren bei Giorgio Ferlini um. Der scheint Erfahrung zu haben mit 3D. Seine Resultate sind super und den Drucker hat er auch selbst gebaut.

Gruss Barni
 
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#11
Hallo Zusammen

Ein Kollege dem vor etwa einem Monat erstmals ein paar 3D-Drucke gelungen sind und ich finden diesen Beitrag zum Thema sehr gut.

Beachtet dabei folgendes:

Um überhaupt 3D-Drucke realisieren zu können, muss derjenige der etwas Ausdrucken will auch erst mit einer CAD-Software umgehen können. Mit ein paar Handskizzen geht da gar nichts. Reguläre Lizenzen für professionelle CAD-Software wie SolidWorks oder AutoCAD kosten ein paar Tausend Franken im Jahr und sind kaum für den Heimgebrauch bestimmt. Längst nicht jeder hat einen solchen Arbeitsplatz zur Verfügung weil er auch eine entsprechende Anstellung hat.

Kostengünstige oder Gratis-CAD-Software haben immer Einschränkungen die es schwer machen komplexere Konstruktionen zu Erstellen. Beispielsweise ein Kamin auf einem Dampfkessel mit all seinen Rundungen.

Drucker die selbst einige Tausend Franken kosten ergeben meines Erachtens keine befriedigende Ergebnisse. Drucker mit befriedigenden Ergebnissen, die einem Kunststoffspritzgussteil nahe kommen gibt es. Kosten schnell aber ein paar zehntausend Franken. Auch solche Drucker sind kaum für den Heimgebrauch bestimmt.

Beiliegend noch ein interessanter Links zum Thema auf das Moba-Forum:

3D Drucken, ein gigantischer Medienhype mit wenig Substanz vom Januar 2014.

Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende

Jakob