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Motivationsprobleme

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#1
Hallo Leute,

Wie vielleicht einige von euch wissen bin ich in einem Modelleisenbahnclub.
Welcher das ist, sage ich nicht, das tut auch nichts zur Sache. Ich habe eine allgemeine Frage an euch.
Ihr müsst jetzt nicht unbedingt in einem (Moba) Club sein um die Frage zu beantworten, es kann auch ein
x-beliebiger Verein oder Club sein von dem Ihr erzählt.

Ich habe in letzter Zeit beobachtet, dass im Club so ziemlich "die Luft" raus ist. Wir haben es im Vorstand an-
gesprochen, aber einen Patentlösungsvorschlag hatte keiner so wirklich. Auch ich bin ein bisschen ratlos. Im
Gegensatz zu einem Bowling Club können wir uns ja schlecht mit einem Wettbewerb untereinander messen.
Es ist so, dass einige wissen was zu tun ist. Die arbeiten recht fleissig an der gemeinsamen Grossanlage. Ein paar haben sich auf gewisse Sachen spezialisiert, diejenigen reden kaum mit den anderen und ziehen einfach ihr Ding durch und gehen wieder. Dann gibt es andere die nichts von all dem gelernt haben, versuchen jedoch sich gewinnbringend irgendwo anzuhängen. Aber leider gibt es einige (circa 50% des Clubs) die kommen einfach nur und quatschen rum, trinken Kaffee oder kommen nur so einmal im Monat um zu zeigen, dass sie noch nicht tot sind. Von den jüngeren des Clubs hört man selten etwas. Letzthin hat einer der Jugendmitglieder sogar sein Laptop in den Club mitgenommen und darauf ein Spiel gespielt.

Es ist für mich frustrierend anzusehen, dass ein Gruppenzusammenhalt so gut wie nicht existiert und dass einigen das sogar egal ist. Da wir uns ja sowieso nur einmal die Woche treffen.

Ich bin eigentlich einerseits so gefrustet, dass ich austreten könnte, andererseits finde ich, dass der Club oder besser gesagt ein Club eine tolle Sache ist, um Gleichgesinnte kennen zu lernen, sich auszutauschen und von einander zu lernen.

Könnt ihr mir da ein paar Vorschläge, Tipps geben ?
 

teddych

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#2
Obwohl ich ein Vereins-Mensch bin - ich bin in etwa 15 Vereinen - eine Patentlösung kann ich dir nicht geben.

Einerseits ist jeder Verein anders, hat andere Ziele und andere Leute, das erfordert auch andere Lösungen.

Andererseits stelle ich in vielen Vereinen ein Nachwuchsproblem fest, egal ob das ein Eltern-, Hunde- oder eben ein Moba-Verein ist der Nachwuchs kommt nicht "einfach so". Den Nachwuchs muss man akquirieren und aufpäppeln. Das ist mühsam und zeitaufwändig. Und gerade in einem Moba-Verein muss man den Nachwuchs auch an die "grosse" Anlage lassen. Man muss ihnen auch die Verantwortung überlassen. Diesbezüglich hat mich der Moba-Verein Langenthal (oder wie der auch immer heisst) sehr positiv überrascht: An der Steuerung waren nur die 12 bis 15 Jährigen. Die "alten Knochen" (Entschuldigung meine Ausdrucksweise) waren immer etwas abseits der Anlage und haben mit den Besuchern diskutiert, die Technik erklärt und neue potenzielle Mitglieder angeworben. Natürlich kann es mal passieren, dass ein 12-jähriger Wirbelwind mal etwas kaputt macht. Aber genau dieser ist nicht nur heute Mitglied, sondern vielleicht auch noch in 10 oder 20 Jahren. Aber nur wenn es spannend ist. Und spannend ist es halt nur, wenn man an die Grenzen gehen kann (und dummerweise manchmal auch darüber hinaus). Wenn aber überall ein ?alter Sack? rumsteht und schimpft bevor etwas passiert ist oder zumindest mit Argusaugen darauf achtet, dass ja nichts kaputt geht, dann beschäftigen sich die Jungen halt lieber mit ihrem eigenen PC, dort dürfen sie sich ausleben.
Auch habe ich festgestellt, dass der Zusammenhalt der Mitglieder gefördert werden kann, wenn man ansprechende Anlässe organisiert. Bei uns in einem Verein hat jemand vor der Eröffnung des neuen Basistunnels jeweils eine Wanderung am Gotthard organisiert, zuerst die Südrampe, ein Jahr darauf die Nordrampe. Über die gemeinsamen Erlebnisse wird jeweils noch lange gesprochen und gewitzelt. Es entsteht automatisch ein Zusammenhalt. Ein Zusammenhalt auch über die Generationen.

Dass manche nur kommen um zu plaudern, finde ich irgendwo auch legitim. Sofern sie einfach plaudern und nicht alles besser wissen und den Arbeitenden dreinreden. Diesbezüglich hat wohl jeder und jede seine/ihre eigene Vorstellung was gut und schlecht ist. Und es ist machmal sehr schwierig die verschiedenen Interessen der Mitglieder zu erkennen und diese auch unter einen Hut zu bringen.

Ich habs möglicherweise nicht fertig gedacht und ob es für deinen Verein passt ist nochmals etwas anderes: Ein Wanderpreis oder eine Auszeichnung für geleistete Arbeit könnte einen neue Dynamik in den Verein bringen.

Gruss
Teddy
_________________
Kabelquerschnitte bei der Modellbahn
 

Jimmy

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#3
Hallo Eric

Ich finde es gut, dass du den Vorstand darauf angesprochen hast. Vermutlich müsste mal an einer GV grundsätzlich diskutiert werden, welche Regeln in Verein gelten sollten. Z.B. Wer die Arbeit unter den verschiedenen Interessengruppen koordiniert, was an welchen Treffen gemacht wird, etc. Wichtig erachte ich, dass Einigkeit besteht, was man im Club erreichen möchte. Dabei wird bestimmt nicht nur das Erstellen einer Grossanlage das Ziel sein. Auch die Geselligkeit darf nicht zu kurz kommen.

Am Ende wirst du für dich entscheiden müssen, ob das Gesamtpaket für dich stimmt und ob du deine Wünsche einbringen und erfüllen kannst. Ich hatte auch einen Club gesucht, mich dann aber (bisher) dagegen entschieden, weil es für mich nicht passte. Vielleicht musst du dich auch umschauen, ob es in deiner Gegend auch noch andere Clubs gibt, die für dich besser passen. Ein Entscheid gegen den bisherigen Club wird dir vielleicht nicht leicht fallen, weil du vermutlich schon viel eingebracht hast. In einem Verein möchte ich aber nur Mitglied sein, wenn ich mich wohl und ernst genommen fühle.

Gruss Jimmy
 
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#4
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#5
Hoi Eric
in jedem Verein gibts den harten Kern der was macht und die anderen nichts. Denke das lässt sich nie ganz vermeiden.
Es ist ja schon gut, dass einige überhaupt kommen. Ihr könntet ein Kleindiorama Wettbewerb machen mit gewissen Vorgaben. Grösse und Motiv z.B.
Allerdings ist auch das nicht das Gelbe vom Ei, da die handwerklichen Fähigkeiten von den Mitgliedern sehr unterschiedlich sind, so wie du schreibst.

Gruss Bamileke
 

erwa20

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#6
Hallo doctorwho_swiss

Ich bin in "nur" 2 Vereinen aktiv welche das Modellbahnhobby als Thema haben. 1 Verein in der Region, der andere etwas weiter weg (UK).
Auch bei uns ist es gar nicht selten das man sich am wöchentlichen Bauabend nur zum "quatschen", wie Du es nennst, trifft. Na und? Für mich gehört das genau so dazu wie an der Anlage bauen, gemeinsame Ausflüge, Vereinsinfrastruktur verbessern usw.
Bei uns hat sich die Anzahl Vereinsmitglieder in den letzten Jahren reduziert, immerhin die aktiven sind geblieben. Jeder hat so seine Baustellen an der Anlage, der eine baut Gebäude andere Landschaft, ich z.B. kümmere mich um die Elektrik der Anlage.
Das die "Luft raus" ist kann ich in unserem Verein nicht behaupten, man muss halt was tun damit das Vereinsleben lebendig bleibt. Wir organisieren regelmässig Fahrtage auf der Anlage, mit Gästen, Besuchern oder einfach nur für uns selber, manchmal zeigt jemand seine Eisenbahnfotos, wir besuchen Messen und Veranstaltungen usw. Irgendwie läuft immer was, das ist wichtig. Ich führe für den Verein einen Kalender in welchem allerlei Termine eingetragen sind, das wird von den Vereinsmitgliedern als Informationsquelle geschätzt und beachtet.
Klar kennen wir auch das Nachwuchsproblem, und auch wir müssen uns Gedanken machen wo wir in 3, 5 oder 10 Jahre stehen und den Verein finanzieren wollen. Deswegen auch Veranstaltungen für Gäste welche, wenn gewünscht, mit eigenem Rollmaterial auf der Anlage fahren dürfen (sofern kompatibel).
Ich hatte schon versucht Modellbahnvereine in der Region zu kontaktieren um ev. gemeinsame Unternehmungen, gegenseitige Besuche usw. organisieren zu können, die Reaktionen waren eher verhalten bis null. Dabei könnte sicherlich jeder Modellbahnverein etwas spezielles bieten?

Unter dem Strich ist der Verein für mich so wie Du es treffend beschrieben hast: Eine tolle Sache.
 
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#7
Klar kennen wir auch das Nachwuchsproblem, und auch wir müssen uns Gedanken machen wo wir in 3, 5 oder 10 Jahre stehen und den Verein finanzieren wollen. Deswegen auch Veranstaltungen für Gäste welche, wenn gewünscht, mit eigenem Rollmaterial auf der Anlage fahren dürfen (sofern kompatibel).
Ich hatte schon versucht Modellbahnvereine in der Region zu kontaktieren um ev. gemeinsame Unternehmungen, gegenseitige Besuche usw. organisieren zu können, die Reaktionen waren eher verhalten bis null. Dabei könnte sicherlich jeder Modellbahnverein etwas spezielles bieten?
Bist du im Vorstand deines Vereins, Ich finde die Idee genial, dürfte ich per PN erfahren um welchen Verein es sich da handelt? Ich bin erst seit diesem Jahr im Club richtig aktiv und auch "vorne mit dabei", bisher hatte ich noch keine solcher Anfragen bei einer Vorstandssitzung besprochen. Ich finde das aber eine sehr gute Idee. Vielleicht liesse sich da was auf die Beine stellen.
 

Michael62

Bahnlehrling
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#11
Ein paar Feste feiern und schon steht die Gruppe wieder.
Der Gruppeneffekt unter Freund Alkohol ist unschlagbar.
 

Michael62

Bahnlehrling
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#13
Schon klar soll ja auch nur ein und 2 Male pro Jahr vorkommen, es unterstütz die Hilfeleistung,

allerdings hast du Recht denn es klappt nicht immer.
 
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Jegenstorf
#14
Der Modelleisenbahnclub Langenthal, möglicherweise ein gutes Vorbild.


Hier eine Zusammenfassung einzelner Aussagen dieses Beitrages und ein paar Ergänzungen meinerseits zu dieser bis jetzt sehr sachlichen Diskussion:


- Das Gesamtpacket muss stimmen. Wer täglich einen Arbeitsweg von einer halben Stunde in Kauf nimmt, darf sich seinen Verein ruhig auch im grösseren Umfeld aussuchen. Dazu gehört ein mehrmaliges Vorbeigehen ohne gleich Mitglied zu werden.

- Dass manche nur kommen um zu plaudern, finde ich legitim und wichtig. Um sich bezüglich der Modelleisenbahn weiterentwickeln zu können, ist es jedoch auch Wichtig zu wissen was das gegenüber auch in der Tat schon, allenfalls Zuhause, gemacht hat. Hier ist ein Schwachpunkt vieler Vereine.

- Die dem harte Kern eines Vereins angehörenden Vereinsmitglieder sind nicht zwangsläufig das Mass der Dinge bezüglich Modelleisenbahn. Viele haben Zuhause eine Modelleisenbahnanlage. Gemeinsame Besuche bei einem Vereinsmitglied Zuhause lassen sich immer irgendwie, auch initiiert durch den Verein selber, organisieren.

- Der Verein sollte ein elementares Angebot haben. Fahrabende, Bauabende, Vereinsbesuche, Messebesuche und natürlich ein Tag der offenen Tür. Allenfalls koordiniert mit anderen gleichartigen Vereinen. Auch hier ist ein Schwachpunkt vieler Vereine. Warum denn soll man nicht gemeinsam mit einem anderen Verein Beispielswiese an eine Messe?

- Jugendarbeit, mit Mädchen und Knaben ab etwa 10 jährig(!), ist in einem Verein nur dann Sinnvoll wenn sich mehrere dazu langfristig verpflichten und auch einmal etwas kaputt gehen darf.


Obwohl ich Mitglied von zwei Modelleisenbahn Vereinen bin, sieht man mich in diesen nur gelegentlich. Dies hat primär damit zu tun, dass beide nicht wirklich daran interessiert Fahrabende durchzuführen. Wie lange ich noch dabei bin wird sich zeigen. Auch ich bin am Start auf der Suchen von Alternativen. Da ich Zuhause (Digital) fahren kann, ist dies jedoch bei mir keine dringende Angelegenheit.

Um meine Fahrzeuge auszufahren, gehe ich heute auch an Treffen von Moduleisenbahner. Deren gibt es in der Schweiz nur wenige. Aber es lohnt sich da auch im grenznahen Ausland einmal umzuschauen. Beispielsweise bei den Anlässen von FREMO.


Liebe Grüsse

Jakob