• Wenn dies dein erster Besuch hier ist, lies bitte zuerst die Hilfe durch. Du musst dich vermutlich registrieren!, bevor du Beiträge verfassen kannst. Klicke oben auf 'Anmelden oder registrieren', um den Registrierungsprozess zu starten. Du kannst auch jetzt schon Beiträge lesen. Suche dir einfach das Forum aus, das dich am meisten interessiert.

Tipps BEMO, Fahrzeug Zurüstteile und Fahrzeug Instandsetzung

plusplus

Teammitglied
Super-Moderator
Für mich sind immer noch ältere Fachbücher und Zeitschriften aus der Zeit vor dem Internet die besten Quellen.

Da bin ich mit dir eigentlich gleicher Meinung. Wenn Bedarf besteht, suche ich auch lieber in fachlich anerkannten Sachbüchern oder in Originaldokumenten, auch wenn letztere u.U. nicht mehr aktuell sind.

Trotzdem, wer kann heute noch, sei es direkt oder indirekt, auf eine angemessen umfangreiche Dokumentation in gedruckter Form zugreifen oder sogar darüber verfügen?
Die Themen Bahngeschichte, Bahntechnik (Infrastruktur, Fahrzeuge), Bahnbetrieb usw. sind schon in ihren Grundsätzen sehr umfangreich, von den unternehmens- bzw. firmeneigenen Dokumentationen ganz zu schweigen.

Und die Zeit steht nicht still: Technik, Prozesse und nicht zuletzt der Mensch: Alles ändert und entwickelt sich weiter ...
 

Modul 0.4

Zugbegleiter
Hallo zusammen,

nachdem mir schon wieder eine BEMO Lokomotive über den Weg gelaufen ist, bei der die Bremsschläuche falsch angeordnet waren und ich dies korrigieren durfte, hier ein paar Bilder zum Thema Vakuumbremse (auch Saugluftbremse genannt) und der Anordnung deren Schläuche:


51414196dk.jpeg


Bild aus Claude Jeanmaire: Rhätische Bahn. Stammnetz-Triebfahrzeuge. Villigen AG, 1995. Es zeigt die Ge 4/4 I 610 Viamala mit der ursprüngliche Anordnung der Bremsausrüstung im Jahre 1972. Gemäss den Angaben im Buch stammt das Bild von Claude Jeanmaire selber, wobei man sich bei ihm nicht in jedem Fall sicher sein kann.


51414197nw.jpeg


Eigenes Bild aufgenommen diesen Herbst bei der Museumsbahn Blonay–Chamby. Vorne der MOB B4 61 aus dem Jahre 1906. Gut sichtbar sind die symmetrisch angeordneten Schläuche. Dahinter der RhB ABe 4/4 35 aus dem Jahre 1908 gekuppelt mit dem vierachsigen MOB Flachwagen 810 aus dem Jahre 1904..


51414198ma.jpeg


Eigenes Bild aufgenommen diesen Sommer in Chur. Es zeigt die RhB Ge 4/4 II mit dem vollen Programm der aktuell notwendigen Schläuche um die verschiedenen Bremssysteme die derzeit dort auf dem Netz im Einsatz sind abzudecken.


Kleiner Hinweis: In der Regel sind die Schläuche der Vakuumbremse aussen "gerillt". Will heissen mit Metallringen verstärkt, damit der Schlauch durch das Vakuum nicht in sich zusammenfällt. Schläuche der Druckluftbremse sind aussen flach.

Eugen
 

Bastler

Teammitglied
Super-Moderator
hoi Eugen

Was genau war bei deiner Lok falsch montiert? Steh grad auf dem Schlauch…

Gruss Barni
 

plusplus

Teammitglied
Super-Moderator
Hallo Barni, hallo zusammen

Jetzt hab' ich ein Problem:
Die (abgebildete) 614 hat an den Stirnseiten total 12 Schläuche! Die mit den roten Hahnen sind die Kupplungen für die aut. Druckluftbremse, die mit den weissen Hahnen sind die Kupplungen zum Speisen weiterer Fahrzeuge mit Druckluft (z.B. Anhängelast mit EP-Bremse), die ohne Hahnen sind die Kupplungen für die (aut.) Vakuumbremse. Letztere sind gerillt, damit, wenn jemand drauf steht, der (minimale) Fluss der Luft in der Vakuum-Kpl. nicht unterbrochen wird ...
Auf welchem Schlauch stehst du nun, Barni? :D:D:D:D

Nun noch eine Ergänzung (ohne :D): Die Kupplung für die Vakuumbremse (gerillter Schlauch) weist keinen Absperrhahn auf. Diesem Schlauch wird, wenn nicht verwendet, an seiner Öffnung ein sog. Blinddeckel übergestülpt. Sobald in der Hauptleitung der Vakuumbremse ein Unterdruck entsteht, wird dieser Blinddeckel durch den Unterdruck auf die Schlauchkupplung (-öffnung) gesogen. Somit kann keine Aussenluft (atmosphärischer Druck) in die "evakuierte" Hauptleitung eindringen und das Vakuum zerstören ...
 
Zuletzt bearbeitet:

plusplus

Teammitglied
Super-Moderator
Hallo Eugen und co.

Ich habe soeben - d.h. gestern - für einen Kollegen die Bemo Ge 4/4 605 in H0 ohne grosse Probleme zugerüstet. Eine ruhige Hand, wenn nötig eine gute Lesebrille, ein aussagekräftiges Bild (siehe z.B. # 22) und xMv ist dabei immer hilfreich. Zum Kleben habe ich mangels Sekundenkleber den gerade vorrätigen Plastikkleber UHU-plast special verwendet.

Mehr Probleme hatte ich bzw. habe ich immer noch mit einem H0-Bausatz der Hippschen Wendescheibe von Bemo. Doch dazu gelegentlich in einem andern thread mehr...
 

Modul 0.4

Zugbegleiter
Was genau war bei deiner Lok falsch montiert? Steh grad auf dem Schlauch…
Barni,

so müssten die Bremsschläuche angeordnet sein:


51430656db.jpeg


Dazu noch einmal das Bild aus meinem Beitrag 2# und eine von mir nachbearbeitete Typenskizze die für jedermann klar zeigen sollte wie die Bremsschläuche anzuordnen sind :wave: :

51430655tz.png


Alles klar?

Eugen

Das Original der Typenskizze findet sich übrigens hier in der Wikimedia: File RhB Ge 6/6 II 703 bis 707

​

 

plusplus

Teammitglied
Super-Moderator
Typenskizze die für jedermann klar zeigen sollte wie die Bremsschläuche anzuordnen sind
Zugegeben, die Zurüstung eines Bemo-Fahrzeuges ist nicht immer so einfach. Ich kaufte vor Jahren auf dem Occasionmarkt auch fertig zugerüstete Triebfahrzeuge: Die Zurüstteile verschwanden fast und den wulstartigen Kleberresten... :angry:
Seitdem bevorzuge ich Fahrzeuge aus zweiter Hand, welche noch nicht zugerüstet sind...

Wie schon anderswo angetönt: Für Bearbeitung und Bau von Fahrzeugen früherer Epochen ist die Konsultation guter Fachliteratur jederzeit hilfreich.
Leider wird bzw. wurde in dieser Sparte zu oft nur zweitklassige Ware angeboten. Die verschiedenen Bücher von Jeanmaire hingegen machen sich in der Bibliothek eines Modellbauers/-bahners m.E. jederzeit bestens :thumbsup:
 
Oben Unten