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Landschaft bauen

Eisenbahner

Teammitglied
Moderator
Hallo Marc,
An was für Fotos dachtest Du denn? Von der fertigen Landschaft oder vom Unterbau, sprich Gerüst der Landschaft, quasi die Entstehung der Landschaft? Von fertigen Landschaften und dessen Entstehung findest Du ansonsten tonnenweise im Netz, falls hier im Forum noch nicht so viele Forumisten die Landschaft fertig gebaut haben. Bei mir z.B. steht die Landschaft noch ganz in den Anfängen.
 

Gereon

Lokführer
Marc, stelle doch gezielte Fragen, dann kommen auch gezielt die richtigen Antworten.

Gibt es denn nicht eine bessere Seite, denn das Thema ist von Spur Z bis 2 doch immer gleich.

Gruß

Gereon
 

BoboEGR

Zugbegleiter
Hallo Marc,

da will ich mal was dazu schreiben, kurz und knackig ;-)

Unterbau
Für die Landschaft braucht man einen Unterbau. Beliebt sind die Verwendung von Spanten (Sperrholz) und Alu Drahtgewebe (Baumarkt oder Moba Zubehör). Damit kann man vor allem sehr gut bergige Landschaften gestalten, und das auch schnell bei größeren Flächen. Für die Spanten kann man auch Panzerkarton (Architekturbedarf oder z.B. das hier). Verkleben tut man das am Besten mit Heißkleber (Vorsicht Autsch) oder mit einem Tacker.

Alternativ kann man auch Styrodur oder Styropur verwenden, und damit Schicht für Schicht auftragen und damit Messern oder anderen Schneidewerkzeugen formen. Verkleben muss man das mit lösungsfreien Klebern wie Holzleim oder UHU Por.

Styropor hat aber den Nachteil, dass es unendlich viel Krümel produziert, besser Styrodur verwenden. Beides gibt es günstig im Baumarkt als Platten mit verschiedenen Stärken (5-6 Euro pro Platte, man muss nicht das ganz teure feuerfeste kaufen). Zu finden ist das meist in der Abteilung für Baustoffe, Dämmungen!

Alternative Möglichkeiten sind das NOCH Terra Form System und als Ersatz für das Drahtgitter (das Zeug piekt und ist ziemlich störrisch) Putzgitter Gewebe aus PVC (auch im Baumarkt zu finden).

Natürlich gehen auch klassische Methoden wie in Leim getränktes Zeitungspapier.

Letztendlich sollte man am Besten alles Kombinieren, je nach Anforderungen, Platz und Erreichbarkeit.

Großes Vorteil des Styrodur als Unterbau ist es meiner Meinung, dass man dort jederzeit Bachläufe nachträglich einbringen kann und auch Bäume etc. sich prima verankern lassen.

Zusätzlich sollte man Bedenken, dass Holz, Drahtgitter und der spätere Aufputz darauf ordentlich Gewicht ergeben. Möchte man noch Schienen auf die so gebauten Elemente verlegen, ist eine stabile Basis aus Spanten oder Stützten mit 10cm> Sperrholzleisten Pflicht (Stabilität). Für Landschaf reicht auch eine tragende Fläche aus Gips ;-)

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Abbildung: Unterbau meines Gleiswendel Teils (abnehmbar), Erste Schicht aus Styrodur (links sieht man den Bachlauf im Entstehen).

Die erste Schicht
Egal was man verwendet, alles sollte anschließend mit einer Schicht überzogen werden. Hier gibt es verschiedene Spachtelmassen im Handel oder man rührt sich selbst eine an (Wasser, Holzleim, Gips, Quarzsand oder Holzspäne). Nur nicht zuviel Gips, das härtet sonst zu schnell aus. Für große Flächen kann man auch wieder das Putzgewebe aus PCV nehmen und dies dann mit verschiedenen Materialien belegen. Ich nehme dafür gerne Zeitungsschnipsel, getränkt in einem Holzleim Wasser Gemisch. Nicht zu große Stücke Papier verwenden, das zieht sich beim Trocknen zusammen. Ebenfalls gut geeignet sind Gipsbinden, die es im Moba Zubehör gibt. An kritischen Stellen dann immer mehrere Lagen.

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Abbildung: Gipsbinden auf Alu Gitter, darunter ist auch Styrodur!

Alles gut trocknen lassen! So ensteht ein robuster und fester Unterbau.

Zweite Schicht
Bevor man mit dem Begrasen, Färben oder anderen Dingen anfängt, sollte man seiner ganzen Landschaft eine Schicht Unterbodenschutz verpassen. Ich verwende dazu Tiefengrund aus dem Baumarkt. Der versiegelt die Flächen und verhindert so, dass der Gips z.B. noch zuviel Wasser zieht. Vorher und nachher gut durchtrocknen lassen! Kleiner Löcher oder Kanten vorher noch mit Spachtelmasse (Baumarkt, Tube oder von ALDI ;-) ) schließen.

Nach der Grundierung fange ich dann damit an, die Felsen zu formen, falls man welche will. Auch hier gibt es wieder verschiedene Techniken und Materialien. Ich persönlich verwende Gießformen, in dem ich Gips (mit Wasser und Spüli) einfülle. Diese Felsen werden nach dem Trocken wieder rum mit einer Masse auf dem Untergrund verklebt. Ich verwende eine 50/50% Mischung aus Gips und Moltofill. Der Vorteil dieser Masse ist es, das sie nicht so schnell aushärtet.

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Abbildung: Formen, Gips Binden und Fels Vorräte (ich muss mal wieder welche gießen)

Auch die sichtbaren Lücken an den Felsen kann man mit der Masse noch schließen.

Zusätzlich verwende ich noch gerne die NOCH Fels Spachtelmasse (Granit). Diese kann mit einem Pinsel auf alle Lücken und Löcher auftragen. Nach dem Austrocknen ergibt das eine schöne felsige Oberfläche.

Mit Gips selbst kann man aber auch Felsen formen. Einfach großzügig auftragen und dann nach dem Antrocknen mit Stechbeiteln bearbeiten.

Wenn alles getrocknet ist, wieder mit Tiefengrund versiegeln!

Letzte Schicht
Nach dem nun eine geschlossene Decke entstanden ist und diese versiegelt ist, sollte man zuerst mit Acrylfarben eine Grundierung auftragen. Auf Flächen für Wiesen etc. braune Farbe pur auftragen, Felsen und felsigen Untergrund streiche ich erst einmal deckend mit einem Dunkelgrau ein.

Auf die Felsen kommen dann nach und nach noch mehrere Farbaufträge, erst ein helles Grau, immer wieder mal mit Ocker (nasser Pinsel) durchzogen.
Nach dem Trocknen dann noch extrem verdünntes Schwarz (mit Schwamm abtupfen). Zu guter Letzt die Felsen mit einem trockenen Pinsel und ganz wenig weißer Farbe den 3D Effekt tupfen.

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Abbildung: Farbe nass in nass

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Abbildung: Fertige Felsen

Während des Rohbau der Landschaft auch schon größere Stützwände und Portale und Durchlässe und Bach oder Flußläufe mit einarbeiten.

Am Ende hat man dann einen fertigen Landschaftsunterbau und man kann mit der weiteren Ausgestaltung beginnen. Auf Begrünen etc. sollte man verzichten, solange man noch die grundlegende Landschaft modelliert! Vorher sollten aber alle Gleise, Signale und Anderes stehen und die Verdrahtung fertig gestellt sein.

Im Übrigen die Folien auf den Bildern schützen die Segmentübergänge vor dem Verkleben ;-)

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Abbildung: Die Baustelle

So viel als Tipps, vielleicht hilft es ja was!

MfG
Sven
 

Jimmy

Teammitglied
Moderator
Hallo Sven

Exzellente Beschreibung mit ganz tollen Bildern. Ich finde es toll, dass du dir die Zeit für diese Erklärungen genommen hast.

Beste Grüsse, Jimmy
 

Gereon

Lokführer
Das finde ich auch. Nur - entschuldige meine Kritik - sollte dieses in den allgemeinen Bereich kommen, da dieses für alle Spurweiten gültig ist. Hier ist es nicht an die Spur HO gebunden.

Sonst ist wie Jimmy schon geschrieben hat, sehr gut und leicht verständlich.

Gruß
 

Bastler

Teammitglied
Super-Moderator
Hallo Marc

Nachstehend noch der Landschaftsbau für Eilige/Ungeduldige (allerdings am Beispiel einer Slotracingbahn). Auf den Stabilen Rahmen aus Latten wird mit lockerem Drahtgitter die Landschaft geformt...
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...diese Gitterlandschaft wird dann mit 3-4 Lagen Zeitungspapier und Kleister überzogen und anschliessend (noch auf die feuchte Unterlage) mit Dispersionsfarbe gestrichen...
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...das ganze wir garniert mit Reststücken aus "Sagex" (Reste von Verpackungsmaterial) welche mit PU-Schaum aus der Dose montiert werden und nach dem Trocknen grob mit dem Messer bearbeitet werden. Die Felsen und Mauern wurden mit grauer - mit beiger für Okklusionen und Mauern - Haftgrundfarbe aus der Dose gespritzt...
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...und fertig ist der "Col de Turini" im Winter. Für Sommerthemen müssten nun die weissen Flächen noch begrünt werden.

Gruss Barni
 

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BoboEGR

Zugbegleiter
Huhu, noch mal ein paar Fotos von den weiteren Schritten bei "meinen" Landschaftsbau.

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Auf dem Styrodur Untergrund entsteht nun die nächste Schicht mit dem Unterputz PVC Gitter (Baumarkt), geleimt und getackert. Darauf dann die Gipsbinden, auch nützlich um Spalten abzudecken. Hier noch mitten im Bau, da fehlen noch einige Gips Binden und natürlich as Bachbett.

P6020133-1024x768.jpg


Am oberen Tunnelportal sieht man die anderen Techniken. Dort ist auch erstmal Gipsbinden als Haut rauf gekommen. Heute habe ich dann mit den gegossenen Felsstücken und meinen Gips/Motolfill Gemisch den Felsen modelliert. Die Zwischenräume wurden wie gehabt mit NOCH Felsspachtel Granit bearbeitet.

In 2 Tage (solange lasse ich das das durchtrocknen) kommt dann die Grundierung, 1 Tag später die Farben.

Selbst auf noch nicht einmal 1 m² ziehen sich die Arbeiten über Wochen hin ;-)

Gruß,
Sven
 

Bastler

Teammitglied
Super-Moderator
Hoi Sven

Welchen Leim verwendest du für das PVC-Gitter auf Styrodur?

Gruss Barni
 
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