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Lilliput-Wagen auf Märklin C-Gleis

LokLok

Bahnlehrling
Hallo zusammen

Kann ich eigentlich Lilliput-Wagen auf Märklin C-Gleis benutzen? Sind die Wagen ohne Umbau verwendbar?
Wie sieht es mit den Kupplungen aus?
Man hört immer vom Achstausch... kann auf dem C-Gleis DC UND AC Achsen verwendet werden oder muss ich zwingend AC Achsen verwenden?

Welche Marke wäre sonst noch ohne Umbau verwendbar für das C-Gleis?


Gruess
M I C H I
 

teddych

Teammitglied
Innendienst
Hoi Michi

Als erstes: Es gibt keine AC-Radsätze oder DC-Radsätze, sondern es gibt Radsätze für Mittelleitergleise nach NEM 340, Radsätze für Zweileitergleise nach NEM 110/310 sowie RP-25-Radsätze nach NEM 311-1. Leider, leider schreiben aber viele Händler und teilweise auch Hersteller ihre Produkte mit AC (also NEM 340) und DC (NEM 310) an, obwohl das schlicht nichts mit Strom zu tun hat (abgesehen davon: heute gibt es fast nur noch Digital. AC und DC als Neuware wird kaum noch verkauft). RP-25 ist vor allem in den USA bekannt, in Europa haben diese Radsätze ein Mauerblümchen-da-sein.

Und um die Bezeichnungsverwirrung noch komplett zu machen: leider schreiben Händler und Hersteller sehr oft von Achsen, obwohl sie damit eigentlich die Radsätze meinen. Entsprechend kann man es dir nicht verübeln, wenn du auch die verkehrten Ausdrücke benutzt.

Ja, man hört immer von Radsatztausch. Das hat zwei Gründe:

1. Märklin hat üblicherweise NICHT isolierte Radsätze, für Kontaktgleise ist dies sogar zwingend notwändig. Um hingegen auf Zweileiter-Gleisen zu fahren müssen diese zwingend mit isolierten Radsätzen ausgetauscht werden, sonst gibt es einen Kurzschluss. Elektrisch gesehen kann man umgekehrt mit Zweileiter-Radsätzen aber ohne Probleme auf Mittelleitergleisen fahren.

2. Die Dimensionen der beiden Normen sind nicht identisch. Insbesondere ist der Spurkranz der NEM 310-Radsätze markant kleiner als bei NEM 340-Radsätzen. Dafür ist das Radsatzinnenmass viel grösser. Beides führt regelmässig dazu, dass Zweileiterfahrzeuge auf den Märklin-Weichen entgleisen und/oder Kurzschlüsse verursachen.

Abhilfe bietet meist nur ein Radsatztausch. Die Austauschradsätze von http://www.das-service.de/modellbahn-radsatz/ kann ich sehr empfehlen (auch wenn sie von Gleich- und Wechselstromradsätzen erzählen). Sie sind günstig und qualitativ top.

Gruss
Teddy
_________________
Peco H0 Code 75 Gleise mit Mittelleiter nachrüsten
 

aetzchef

Zugbegleiter
hallo Michi,
auf meiner anlage fahre ich m- und k-gleis.
geht man davon aus, dass eine ws-anlage mit steigungen und gefälle im ganzen robuster ist, als eine gs-anlage auf einer ebenen platte,
da gibt's schon eine menge probleme.
hauptproblem war bei mir das verhalten von zügen auf geschobenen steigungen, und - oder gezogene, lange züge bei gefälle, - die irgend wann
ins schieben geraten, oder lange, geschobene züge in kehrschleifen.
ursache war immer das nach aussen knicken der kupplung und meistens noch das verklemmen unter den puffern. nachteile beim radprofil
wurden nicht festgestellt, radabstände können jedoch eine rolle spielen..
andererseits gab es fälle, wo die wagen auf der anlage entgleisten, weil sie sehr leicht sind. da kann zusatzgewicht helfen, aber oft beisst sich die katze da in den schwanz.
also, keine patentlösung:
umbau würde ich nicht sagen, aber auf jeden fall, optimierung, bezogen auf die kritischen stellen der anlage, (in manchen fällen wurden die puffer entfernt in anderen die gleise unterlegt).
viel erfolg
Aetzchef
 

aetzchef

Zugbegleiter
nachtrag:
bei diesem sonderzug ist zu erkennen, dass probleme, wenn er rückwärts über die gesamte anlage geschoben werden soll, zu erwarten sind.
hier: auf ws umgebaute lok (Feischmann) mit wagen von Liliput, beide H0.

0a_orenst-zug-1.jpg

mfg Aetzchef
 

aetzchef

Zugbegleiter
hallo Rolf,
ich denke, das ist Michi's thema, und nur Michi's fragen sind hier relevant.
ausserdem habe ich auf ein mögliches problem hingewiesen, das bei mir gelöst ist.
wenn Michi wissen will wie -- kann er ja selbst fragen.
mfg
Aetzchef
 

Bastler

Teammitglied
Super-Moderator
Hallo zusammen

Ich gebe auch noch meinen Senf dazu. Die Basics sind allerdings bereits alle gepostet worden. Was hier folgt ist meine Lösung welche sich bei mir im Betrieb auf einer HO-Märklin-M-Gleisanlage bewährt hat, deren Geleise nicht immer ganz koscher und mit der Wasserwaage verlegt wurden und die rechte Steigungen und auch Gefällebrüche hatte. Trotzdem Konnte ich Zehnwagenschnellzüge und entsprechend lange Güterzüge problemlos fahren.

@Radsätze:

- Grundsätzlich empfiehlt es sich, wenn es irgendwie geht, einen Achstausch vorzunehmen. Und damit meine ich nicht irgendwie sogenannte Wechselstrom- oder Dreileitertauschradsätze (oder wie sie auch immer genannt werden) des Fahrzeugherstellers zu verwenden, sondern die simplen Märklin-Spitzlagerachsen einzusetzen.

- Sollten die gar nicht passen, kann man getrost bei den Originalradsätzen bleiben, diese soll man allerdings ausbauen, mit der Schiebelehre das Radsatzinnenmass einer Märklin-Achse abnehmen und die Originalachse genau auf dieses Mass einstellen. Das geht relativ einfach, weil die isolierten Radsätze zumindest auf einer Seite mit Kunststoff ausgebuchste Räder haben. Ist das Innenmass eingestellt, kann man das mit LOT (Schraubenfixierungsleim aus dem RC-Modellbau) oder mit Gel-Sekundenkleber fixieren. Ersteres hat den Vorteil das sie Sache wieder einfach lösbar ist, geht aber beides. In 90 % der Fälle klappt das so. Ausgeschlossen ist diese Vorgehen natürlich bei irgendwelchen modellmässig tiefen Spurkränzen wie z.B. Teichmann-Radsätzen etc.

Falls die Fahrzeuge immer noch entgleisen soll man sich den einzelnen Radsatz, also die Achse genau ansehen wenn sie über eine gerade Fläche rollt, wenn dann die Räder eiern, auf welche Seite auch immer, ist das Produkt unbrauchbar und muss ersetzt werden.


@Schienen:

- Bei Steckgleisen, v.a. bei Märklin-Metallgleisen sind häufig die Schienenstösse nicht ganz deckungsgleich. Diese kann man mit einer feinen Zange richten, notfalls mit einer Nadelfeile anpassen.

- Bei den Weichen liegt das Problem meist bei den Radlenkern die den Rädern zu viel Spiel lassen, so dass der Spurkranz des andern Rades der Achse am Herzstück aufläuft. Dies kann durch Einkleben eines Isolierbandes o.Ä. zu Verdickung des Radlenkers gelöst werden oder aber natürlich - je nach Weichentyp - durch Versetzen des ganzen Radlenkers.


@ Kupplungen:

das grösste Problem war der Kupplungssalat. Wo NEM-Schächte vorhanden waren habe ich konsequent Märklin-Kupplungen eingesetzt. Wo das nicht ging, habe ich die Kupplung auf irgend eine Weise in der höhe angepasst und die Kupplungsbügel eingestellt, alles immer mit der gleichen Kupplungslehre. Allenfalls mussten dann bei einigen Wagen die Puffer unten etwas abgefeilt werden, optisch war das aber kaum wahrnehmbar.


LG Bastler
 
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